Die 1951 geborene Autorin Monika Feth lebt in der Nähe von Köln und ist seit jeher begeistert von Büchern und Sprache, weshalb sie auch Germanistik und Anglistik studierte. Gleich ihr erstes Buch wurde veröffentlicht, und heute blickt sie auf eine ganze Reihe von Vorlese-, Erstleser- und anderen Kinderbüchern, Romane und Thriller zurück, die sie selbst verfasst hat. Ihre bisherigen Thriller, beispielsweise “Der Mädchenmaler” und “Der Scherbensammler”ernteten gute Kritiken. Im neuen Thriller „Teufelsengel“ steht nicht ihre sonstige Figur Jette im Mittelpunkt, sondern die 18-jährige Romy.
Romy lebt ein Stück ihres Traums: Sie ist Volontärin beim Köln Journal und fest entschlossen, eine großartige Journalistin zu werden und – wie typisch für Journalisten – sie ist auf der Suche nach DER Story. Die scheint sich ihr zu bieten, als mehrere Leichen im Kölner Umfeld gefunden werden. Romy glaubt – anders als die Polizei und die Medien an sich – an einen Zusammenhang zwischen den Leichen und somit zugleich an zusammenhängende Morde. Ihre Überzeugung wird allgemein hin belächelt, und so hat Romy ziemlich freie Fahrt, was ihre Recherchen betrifft. Auf diese Fälle ist sie derart versessen, dass sie darüber auch schon einmal ihren Freund Cal vergisst, nun ja.
Tatsächlich kommt Romy dem Geheimnis der Toten immer näher, und doch merkt sie zu spät, dass sie sich zu lang zu allein zu weit vorgewagt hat.
Gelesen wird das Hörbuch von Anna Thalbach, der Tochter von Katharina Thalbach. Anna Thalbach ist längst bekannt in Deutschland als Schauspielerin und Hörbuchsprecherin und kann auf Erfahrungen seit ihrer Jugend zurückblicken. 2008 erhielt sie für die Lesung des Romans „Paint it black“ den Deutschen Hörbuchpreis als beste Interpretin.
So gern ich Anna Thalbach und ihre Mutter als Hörbuchsprecherinnen mag, teilen sie aus meiner Sicht beide denselben Makel: Sie sind großartige Sprecherinnen für Kinder- und Jugendgeschichten, für Märchen und auch belletristische Romane an sich, für den Krimi- und Thrillerbereich eignen sie sich meiner Meinung nach allerdings beide nicht. Entsprechend schwer gefallen ist es mir, „Teufelsengel“ durch zu hören, weil immer wieder Passagen völlig unpassend ZU niedlich, ZU kindlich, ZU gekünstelt vorgetragen wurden. Spannung kommt da kaum auf.
Spannung ist bei „Teufelsengel“ allerdings ein Reizwort für sich, denn die ganze Geschichte steht auf sehr dünnen Stelzen. Zunächst einmal ist sehr früh klar, wer die Leichen auf dem Gewissen hat. Das ist auch kein Fehler Monika Feths, sondern von ihr mit Sicherheit beabsichtigt gewesen, denn häufig werden die Perspektiven gewechselt, einmal Romy, dann der eher im Hintergrund ermittelnde Kommissar Melzig, dann Romys Freund Cal, als nächstes der Blickwinkel der nächsten potenziellen Opfer und schließlich die Täterperspektive. Es bleibt also quasi gar nicht aus, dass man schnell weiß, wo der Hase lang läuft. Womöglich ist diese Art des Aufbaus der Zielgruppe zuliebe entstanden, denn beworben wird der Titel für Leser ab 14 Jahren. Ein Mittelding in dieser Form finde ich persönlich dennoch eher unglücklich.
Um nämlich diese ganzen Kenntnisse zu kompensieren, hätte es überraschende Wendungen oder starke und gut ausgearbeitete Charaktere gebraucht, – aber die gibt es leider nicht. Der Kommissar tappt ewig im Dunkeln, ganz anders die zu allem entschlossene Romy, die zwar über beruflichen Feuereifer verfügt, bei der aber so gar nicht klar ist, worauf sich dieser an Besessenheit grenzende Ehrgeiz genau begründet oder weshalb sie auf Streit mit ihrem Freund wie ein Kühlschrank reagiert.
Einzig toll fand ich die Erfindung eines so genannten „Schmuddelbuchs“, in dem Romy ihre Erlebnisse und Gedanken akribisch festhält. Dass es sich hierbei in gemischter Form um Notizen handelt, die sie handschriftlich, auf einem Diktaphon oder gar in ihrem Kopf abspeichert, sorgt natürlich ebenfalls nicht für sonderliche Glaubwürdigkeit, aber nett ist diese Idee auf jeden Fall.
Alles in allem gehört dieses Hörbuch leider in die Kategorie „Kann man hören, muss man aber nicht“, und auch, wenn ich persönlich mich unter anderem an der Sprecherauswahl störte, hätte eine andere Auswahl diesbezüglich auch nicht sonderlich mehr aus der Vorlage herausholen können.
Schade, schade.









