Das große GU Koch- und Backbuch für Diabetiker

Dieses Buch beschreitet den eher neuen Weg in Hinsicht auf Ernährung bei Diabetes mellitus. In erster Linie richtet es sich an Diabetiker des Typs II, also solche, die man früher als „Altersdiabetiker“ bezeichnete.
Hierbei wird von dem Grundsatz ausgegangen, dass sich dieser Typ des Diabetes mellitus meist durch langjährige falsche Ernährung entwickelt, was entsprechende Studien und Erfahrungswerte, auch im Hinblick auf den Begriff „metabolisches Syndrom“, an dem Bewohner aus Industriestaaten zunehmend kranken, auch belegen.
Aus genau diesem Grund setzt dieses Buch auch nicht einfach damit ein, viele Rezepte mit den (veralteten) BE-Angaben (= Broteinheiten) zu präsentieren, sondern bietet einen hohen Mehrwert.

Die ersten 21 Seiten des Buches befassen sich mit den Grundlagen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, wobei die einzelnen Bestandteile (Kohlenhydrate, Fett, Protein) näher beleuchtet werden, allgemeine Richtlinien gegeben werden, auf das Programm „5 am Tag“ (Obst und Gemüse) eingegangen wird, die bekannte Ernährungspyramide mitsamt Abbildung gezeigt und erläutert wird. Auch Ballaststoffe finden eine gesonderte Ausführung, ebenso Alkohol, Süßungsmittel, Vitamine, Mineralstoffe und die Bedeutung unterschiedlicher Aktivitäten, sei es beruflich oder sportlich gesehen.
Das sind eine Menge Themen für 21 Seiten, selbst wenn man das große Format des Buches hierbei berücksichtigt, doch trotzdem das gesamte Buch auch zu Anfang schon reichlich bebildert ist, sind tatsächlich auch sehr viele Informationen vorhanden. Hierbei wird der Leser nicht mit unnötigem Ballast gequält, sondern bekommt kurz und prägnant wichtige Fakten, die dann durch Hinweise und Tipps ergänzt werden.
Dieser Teil ist für jeden, ob nun Diabetiker oder nicht, sehr interessant und hilfreich, achtet aber trotzdem auf die Zielgruppe des Buches, wenn es etwa darum geht, ob alkoholische Getränke anzurechnen sind oder bei der Erläuterung des Glykämischen Index.

Unterteilt nach den Themen Frühstück und Snacks, Salate und Suppen, Gemüse, Fisch, Fleisch und Geflügel, Nudeln, Reis und Co., Süße Hauptmahlzeiten und Desserts, Pikante Bäckereien, Brot und Brötchen, Kuchen und Torten folgen dann über 220 Rezepte.
Die einzelnen Themen haben dabei zwischen 16 und 28 Seiten Raum für sich, die Backwaren sogar 40 Seiten, denn immerhin soll es ein Koch- und Backbuch sein.

Nach dem Titel des Rezeptes folgen Angaben zum Gehalt an Kohlenhydraten, Fetten und Ballaststoffen mit farbigen Punkten. Die Legende zu der Bedeutung der Punkte findet sich am Ende des Buches, wo Mengenangaben wie TL, EL usw. auch nochmals erläutert sind.
Kcal, Eiweiß/Fett/Kohlenhydrate in Gramm und Zubereitungszeit folgen als nächstes, erst dann die Zutaten und die Zubereitung des Gerichtes selbst.
Sehr schön ist, dass bei ungewöhnlichen Zutaten mögliche Kauforte angegeben werden (z.B. Reformhaus, also keine Schleichwerbung für bestimmte Läden!), außerdem gibt es an vielen Stellen Tipps zu Beilagen, zum Austausch einzelner Zutaten usw.
Die Rezepte sind jeweils für 2 Portionen gerechnet, was ebenfalls sehr angenehm ist, da es so kein Problem ist, für mehr Leute hochzurechnen oder für eine Einzelperson einfach zu halbieren. Die Angewohnheit vieler Kochbücher, grundsätzlich von vier Personen auszugehen, was für einen Singlehaushalt sehr viel schwieriger umzurechnen ist (da man nun einmal nicht immer einfach durch 4 teilen kann bei Rezepten), wird hier nicht beibehalten, sondern moderneren Lebensgewohnheiten angepasst, was sehr begrüßenswert ist.

Ich habe mittlerweile etwa die Hälfte aller Rezepte in diesem Buch nachgekocht und muss bemerken, dass diese sehr reichhaltig angegeben sind. Von einer Portion für eine Person wird man hier wirklich richtig satt oder lässt sogar etwas stehen! Das liegt vor allem daran, dass die Gemüseanteile in der Regel sehr hoch sind.
Da ich ja ebenfalls zu den Leuten zähle, die immer wieder mal eine “Diät” ausprobieren, kann ich auch diesbezüglich nur eine Empfehlung für dieses Kochbuch aussprechen, insoweit sich die durchgeführte Diät an den Empfehlungen der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) orientiert. Das bedeutet, dass jemand, der etwa nach dem Weight Watchers-Prinzip isst schnell feststellen wird, dass es sich größtenteils um punktearme Mahlzeiten handelt, mit denen die Einhaltung der Fit-Formeln ein Kinderspiel ist. Wer eher generell auf kohlenhyratarme Ernährung Wert legt, wird hingegen eher Schwierigkeiten mit diesem Kochbuch haben.

Mit all diesen positiven Bemerkungen ist es jedoch noch immer nicht getan. Sehr angenehm sind die Photos zu jedem Rezept, die einem das Ganze noch mal schmackhafter machen, die reiche Auswahl, bei der keine Bevorzugung bestimmter Lebensmittel zu erkennen, sondern vielmehr für jeden Geschmack etwas dabei ist, aber auch der am Rückendeckel klebende Kompass „Essen unterwegs“, der herausnehmbar ist und einen tollen Wegbegleiter zu den Themen auswärts essen, reisen, Urlaub und Restaurantbesuche bildet.

Am Ende des Buches schließlich finden sich noch ein Rezeptregister, das nicht nur alphabetisch geordnet ist, sondern bei dem Hauptzutaten auch hervorgehoben wurden, damit man auch Rezepte zu diesen besonders leicht findet. Außerdem findet sich dort noch ein Sachregister und die bereits erwähnten Erklärungen zu Symbolen und Abkürzungen.
Des weiteren erfährt man auf der letzten Seite mehr über die einzelnen Autoren und den Photographen dieses Buches.

Die Rezepte gehen teils je Portion hoch auf bis zu 50g Kohlenhydrate je Person, bei Backwaren natürlich noch mehr, allerdings sind sie trotzdem nicht ungeeignet für dieses Buch, denn anhand der eingehenden Erklärungen zu gesunder Ernährung ist einfach umzusetzen, dass es Verbote in diesem Sinne nicht gibt. Alles ist erlaubt, nur eben in Maßen und mit Verstand.

Ein ausgezeichnetes Buch, das in keiner Küche fehlen sollte – auch nicht in denen von Nicht-Diabetikern. Es bietet neben einer Fülle schmackhafter Rezepte für jeden Geschmack viele Erläuterungen und Tipps zu einer gesunden Ernährung, die nicht nur im Rahmen einer Diabetes-Diät toll sind, sondern auch eine gute Prophylaxe ermöglichen.
Gewöhnungsbedürftig für „alte Diabetes-Hasen“ ist sicherlich die Abkehr von der Einteilung BE hin zu Kohlenhydrat-Portionen, aber daran gewöhnt man sich rasch und bewegt sich damit dann natürlich zugleich auch im aktuelle(re)n Stand der Dinge.
Grandioses Preis-Leistungs-Verhältnis!

Fitnessküche für das ganze Jahr

“Fit for Fun: Fitnessküche für das ganze Jahr”, ein 256 Seiten umfassendes Hardcover-Buch ist als Kochbuch der etwas anderen Art zu sehen.

Nach der Einleitung, die dem Leser aufschlüsselt, wie das Buch aufgebaut wurde und wie einzelne Tabellen oder Zusatzangaben zu sehen und zu werten sind, folgt eine Doppelseite mit Einkauftipps, bei denen vor allem auf besondere optisch erkennbare Mängel hingewiesen wird, aber auch auf gesetzliche Vorschriften und andere Aspekte, die beim Einkauf von Fleisch, Fisch, Geflügel, Eiern, aber auch Obst und Gemüse, wichtig sind, um gute Qualität zu erhalten.
Danach folgt eine Übersicht über Vitamine und Mineralstoffe, deren Wirkung, ihr hoher Gehalt in bestimmten Lebensmitteln und eine Auswahl von Zielgruppen, für die das Vitamin oder der Mineralstoff besonders wichtig ist.

Nach einer Schnellübersicht über alle enthaltenen Rezepte und ihre zusätzlichen Angaben Fett, Kalorien, schnelle, günstige und “schlanke” Rezepte, eingeteilt nach den einzelnen Monaten, beginnt der Rezeptteil dann auch sogleich mit dem Januar.
Zu jedem Monat des Jahres ist zunächst eine Doppelseite eingefügt worden, die die zehn “Fitmacher des Monats” vorstellt, wobei es sich um bestimmte saisonale Obst- und Gemüsesorten ebenso handeln kann wie um bestimmte Fleisch- oder Fischsorten. Hierbei ist bei jedem Nahrungsmittel zunächst eine Vorstellung zu lesen, dann Einkauftipps wie bereits allgemein gehalten schon im Einleitungsteil (siehe oben), aber auch die beste Aufbewahrungsmöglichkeit, Haltbarkeit und besonderer Vitamin- und Mineralstoffgehalt.
Zusätzlich finden sich auf dieser Doppelseite auch einige zusätzliche Tipps wie etwa den “Fitness-Tipp des Monats”, der in der Regel sportliche Vorschläge macht, jedoch sind auch Hinweise zum selbstständigen Einlegen von Gemüse und ähnliches enthalten.

Es folgen die Rezepte des Monats. Hierbei werden zunächst die Salate, dann die Vorspeisen, die Hauptgerichte und abschließend Desserts genannt, also eine übliche Aufteilung, die niemanden verwundern oder irritieren dürfte.
Jedes Gericht ist bebildert, die Angaben zweispaltig gehalten, sodass die Zutaten, die positiverweise allesamt für zwei Personen berechnet sind, in der äußeren Spalte zu finden sind, Zubereitung und weitere Angaben hingegen in schrittweiser Anleitung in der inneren.
Zu jedem Rezept wurde ein “Fitness-Check” eingefügt, der graphisch darstellt, ob das jeweilige Gericht sich besonders für Denker, Aktive oder zum Immunschutz eignet. Außerdem sind hier die Angaben zu Kalorien und Fettgehalt genannt sowie eine Skala eingebunden, in der angekreuzt ist, wenn das Gericht besonders einfach, schnell, günstig oder vitaminreich ist.
Am Ende eines jeden Monats werden noch “Figur-Joker” vorgestellt, wobei es sich um einen Essensplan für zwei Tage morgens, mittags und abends handelt. In der Regel liegen diese Tagespläne bei 1200kcal und 30-50g Fett, zudem sind weitere Boni durch vielfach verwendete Vitaminspeicher oder ähnliches stichwortartig aufgeführt.

Den Abschluss des Buches bilden neben dem alphabetischen Register ein Küchenlexikon von A-Z sowie eine bebilderte Doppelseite, die, aufgeteilt in “ein Muss” und “hilfreich”, Küchengeräte und Accessoires auflistet, die zum Nachkochen der Rezepte, aber auch generell, benötigt werden.

Das Buch irritiert in seiner Aufmachung zunächst, weil die einzelnen Informationen der Eingangsinformationen mit verschiedensten Farben und Kästen boxenförmig angelegt wurden und sehr reich bebildert sind, was leicht zu dem Gefühl führt, überflutet zu werden.
Die Sprache des Buches ist betont jung/jugendlich gehalten, was vor allem diese Zielgruppe ansprechen dürfte. Ebenfalls positiv ist zu bemerken, dass Wert darauf gelegt wurde, dass die Rezepte einfach sind und auch die Umgebung, also Zutaten und Vitamine, leicht verständlich eingefügt wurden. Im Grunde sind keinerlei Vorkenntnisse zum Thema ausgewogener und gesunder Ernährung nötig und der Leser wird auch nicht zusätzlich mit Informationen versorgt, über die er vielleicht gar nicht verfügen möchte.
Auch insgesamt richtet sich das Buch in erster Linie an junge Leute mit vielleicht erstem eigenen Haushalt, wie die vielen Erklärungen zum Einkauf oder die bebilderte Beschreibung von Küchengeräten zeigen.

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, besonders für junge Leute, aber auch für jung Geliebene. Alle Rezepte machen einen sinnvollen und ausgewogenen Eindruck, zudem sind selten besondere Nahrungsmittel erforderlich und durch die Verwendung des Saisonkalenders sind die Rezepte auch insgesamt als erschwinglich zu betrachten.
Einzig das Layout gerade zu Anfang ist nicht so gelungen und verwirrt deutlich, ebenso finden sich gerade da auch einige Satz- und Rechtschreibfehler.

Sabine Wackers: Basenfasten – Das große Kochbuch

Von Übersäuerung liest man immer wieder, und ebenso hört und liest man, dass man sich mit basischen Lebensmitteln ernähren sollte und Säurebildner besser aus der Ernährung streichen oder vorsichtig dosieren sollte.
Problematisch dabei ist nur, dass man nach weiterführenden Informationen länger suchen muss. Entweder man weiß, was basische Lebensmittel sind, man vermutet – womöglich völlig verkehrt -, was basische und was säurebildende Lebensmittel sind, man recherchiert danach … oder man kauft sich ein Buch zum Thema.
Zum Thema Übersäuerung und basische Ernährung habe ich selbst in den letzten Jahren einige Bücher gelesen, und leider fand ich sie in der Regel weder logisch, noch fundiert. Vor allem werden sie teuer verkauft, und das meist ganz ohne entsprechenden Nährwert – auch eine Diätvariante.

Anders sieht es allerdings mit “Basenfasten: Das große Kochbuch”
von Sabine Wacker aus.

Etwa 50 Seiten lang informiert dieses Taschenbuch zum Thema Basenfasten, bevor es mit den Rezepten losgeht. Diese wurden aufgeteilt nach Frühstück, kalten Kleinigkeiten, warmen Hauptgerichten und Essen für Gäste. 140 Seiten werden insgesamt für alles benötigt.
140 Seiten, 119 Rezepte, knappe 15 Euro – das ist fair.

Nun muss man natürlich nicht gleich Basenfasten, um sich über basische Lebensmittel und ihre Wirkung zu informieren. Der theoretische Teil von Wackers Buch bietet also auch einen hohen Informationsgehalt über das Fasten hinaus.
Tatsächlich haben mein Mann und ich mit Hilfe dieses Buches das Basenfasten ausprobiert und sind uns einig, dass dieses Buch dafür völlig ausreichend ist. Zwar sind noch mehr Titel speziell zu diesem Thema auf dem Markt, auch von derselben Autorin, aber mehr als dieses hier braucht man eigentlich nicht.

In Wackers Buch lernt man beispielsweise, dass Milch zu den Säurebildnern gehört, Zitronen hingegen okay sind.
Hier und da ist das Buch dann doch ein wenig abgehoben, wie ich zugeben muss, denn beispielsweise die wiederholte Werbung für ein bestimmtes Mineralwasser stößt einem – trotz des basischen Themas – eher sauer auf.
Davon abgesehen ist das Buch jedoch gut les- und verwendbar.

Größtes Problem beim Basenfasten ist im Grunde das Frühstück. Wer es gewohnt ist, reichhaltig mit Brot, Brötchen oder Müsli zu frühstücken, steht beim Basenfasten dumm da, denn beides sind nicht erlaubte Lebensmittel.
Im Buch findet sich aber für Probleme wie dieses eine Lösung: Abgesehen von vielen Rezepten zu Säften und Co. empfiehlt Wacker beispielsweise Erdmandelflocken als Müsliersatz. Die habe ich mir glatt bestellt und festgestellt: Ein toller Ersatz und sehr lecker!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man beim Basenfasten nicht hungert und auch, dass sich tatsächlich eine Auswirkung bemerken lässt. Ich habe in dieser Fastenzeit deutlich besser geschlafen und hatte mit Sodbrennen beispielsweise keine Probleme. Durchgehalten habe ich allerdings auch nur acht Tage, aus dem einfachen Grund, dass ich dann keine Kartoffeln mehr sehen konnte. Die sind nämlich die einzige klassische “Beilage”, die erlaubt ist.
Ich fasse zusammen: Kein Brot, keine Brötchen, kein Müsli, kein Fleisch, kein Fisch, keine Nudeln, kein Reis …

Was neben den Rezepten und die Inspiration durch sie sowie neben den ausführlichen, gut nachvollziehbaren Erläuterungen besonders überzeugt ist, dass man sich nicht nur durch die Lektüre informieren kann, sondern auch auf Wackers Webseite www.basenfasten.de. Wer sich also nicht ganz sicher ist, ob diese Fastenform etwas für ihn ist, kann sich zunächst dort informieren, bevor er sich das Buch anschafft.
Ich finds prima.

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